Grabenlose Verfahren im Überblick
Rohrsanierung ohne Aufgraben
Undichte Abwasserleitungen lassen sich in vielen Fällen von innen sanieren. Statt einer Baugrube genügt ein Zugang über Schacht, Reinigungsöffnung oder Kellerdurchführung – Garten, Einfahrt und Bodenplatte bleiben unberührt.

Was „grabenlos“ konkret bedeutet
Grabenlose Sanierung heißt: Die beschädigte Leitung bleibt liegen und wird von innen erneuert. Dafür braucht es einen Zugang, ein sauberes Rohr und ein Material, das im Rohr aushärtet. Der Boden über der Leitung wird nicht geöffnet – und genau dort entstehen beim konventionellen Rohrtausch die größten Kosten: Aufbruch von Pflaster oder Beton, Erdaushub, Entsorgung, Verfüllung, Wiederherstellung von Rasen, Terrasse oder Einfahrt.
Die relevanten Verfahren
Schlauchliner (Inliner, Langliner)
Ein harzgetränkter Gewebeschlauch wird eingebracht, an die Rohrwand gepresst und ausgehärtet. Er saniert einen zusammenhängenden Abschnitt fugenlos. Details auf der Seite Inliner-Sanierung.
Kurzliner (Partliner)
Ein kurzes Linerstück für eine einzelne Schadstelle, positioniert über einen Packer. Wirtschaftlich bei einem klar begrenzten Defekt – siehe Kurzliner-Sanierung.
Fräs- und Roboterarbeiten
Vor dem Einbau werden Wurzeln, einragende Rohrteile und Inkrustierungen mit einem Fräsroboter entfernt. Nach dem Aushärten öffnet derselbe Roboter die seitlichen Anschlüsse wieder.
Hochdruckreinigung
Keine Sanierung, aber die Voraussetzung dafür. Häufig zeigt sich nach der Reinigung, dass gar kein struktureller Schaden vorliegt – dann ist eine Sanierung nicht nötig.
Ablauf und Reihenfolge
- Kanalinspektion mit TV-Kamera und Protokoll
- Hochdruckreinigung, bei Bedarf Fräsarbeiten
- Schadensanalyse: Länge, Durchmesser, Anschlüsse, Zugänglichkeit
- Sanierung mit Inliner oder Kurzliner
- Abschlusskontrolle, optional Dichtheitsprüfung mit Dokumentation
Kostenvergleich: grabenlos gegen Aufgraben
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Schlauchliner | ca. 200–450 € pro Meter |
| Kurzliner | ca. 300–800 € pro Schadstelle |
| Kanalinspektion | ca. 150–500 € |
| Offener Rohrtausch | häufig ca. 700–1.600 € pro Meter |
Vollständige Aufschlüsselung inklusive Kostenrechner: Kanalsanierung Kosten.
Welche Leitungen betroffen sind
In Wohngebäuden geht es fast immer um zwei Bereiche: die Grundleitung unter oder neben dem Gebäude und die Hausanschlussleitung zwischen Gebäude und öffentlichem Kanal. Beide lassen sich grabenlos sanieren, sofern ein Zugang besteht und das Rohr tragfähig ist.
Vorteile
- Kein Erdaushub, kein Bagger
- Oberflächen bleiben erhalten
- Kürzere Bauzeit
- Fugenlose, glatte Innenfläche
- Auch unter Gebäuden möglich
Aufgraben bleibt nötig bei
- eingestürzter Leitung
- abgerissenen Rohrenden
- sehr starkem Versatz
- fehlendem Zugang
- geplanter Trassenänderung
Fragen zur Rohrsanierung ohne Aufgraben
Welche Verfahren gibt es für die Rohrsanierung ohne Aufgraben?
Für Haus- und Grundleitungen sind vor allem Schlauchliner (Inliner) für ganze Abschnitte und Kurzliner für einzelne Schadstellen relevant. Ergänzend kommen Fräsarbeiten, Hochdruckreinigung und Roboterarbeiten für Anschlüsse zum Einsatz.
Ist die grabenlose Rohrsanierung günstiger als Aufgraben?
In den meisten Fällen ja. Der Liner selbst liegt bei etwa 200–450 € pro Meter, ein offener Rohrtausch häufig bei etwa 700–1.600 € pro Meter, weil Erdarbeiten, Entsorgung und Wiederherstellung der Oberfläche dazukommen.
Wie lange dauert eine Sanierung ohne Aufgraben?
Bei üblichen Längen häufig ein bis zwei Arbeitstage inklusive Reinigung und Aushärtung. Ein offener Rohrtausch beansprucht in der Regel deutlich mehr Zeit.
Wann ist Aufgraben trotzdem nötig?
Wenn die Leitung eingestürzt ist, Rohrenden abgerissen sind, der Versatz zu stark ist, kein Zugang zur Leitung besteht oder die Trasse geändert werden soll.
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