TV-Kanalinspektion · Kamerabefahrung
Kanalinspektion: den Zustand der Leitung sichtbar machen
Jede seriöse Sanierung beginnt mit einem Befund. Die TV-Kanalinspektion zeigt, ob ein Schaden vorliegt, wo er sitzt und welches Verfahren dafür überhaupt in Frage kommt.

Was bei einer Kanaluntersuchung passiert
Eine Kameraeinheit wird über einen Zugangspunkt in die Leitung eingeführt – meist über den Revisionsschacht, einen Reinigungsverschluss oder eine Kellerdurchführung. Von dort fährt sie die Leitung ab und überträgt das Bild live auf einen Monitor. Der Techniker erfasst dabei Position, Art und Ausmaß jeder Auffälligkeit.
Die Bezeichnungen TV-Kanalinspektion, Kamerabefahrung, Kanal-TV und Kanaluntersuchung meinen dasselbe: eine optische Prüfung der Rohrleitung von innen. Ergänzend lässt sich der Leitungsverlauf orten, sodass Lage und Tiefe bekannt sind.
Was das Protokoll zeigt
- Risse, Scherbenbildung und Rohrbruch mit Positionsangabe
- offene oder undichte Muffen
- Versatz an Rohrverbindungen
- Wurzeleinwuchs und Wurzelbärte
- Ablagerungen, Inkrustierungen, Fettauflagen
- Korrosion und Materialabtrag
- Rohrdurchmesser, Material und Länge des Abschnitts
- Gefälleauffälligkeiten und stehendes Wasser
Aus diesen Angaben ergibt sich, ob eine Inliner-Sanierung des Abschnitts nötig ist, ein Kurzliner an einer Stelle genügt oder eine reine Reinigung ausreicht.
Wann eine Inspektion sinnvoll ist
- wiederkehrende Verstopfungen trotz Reinigung
- Geruch aus Bodenabläufen oder im Kellerbereich
- feuchte Kellerwände ohne erklärbare Ursache
- Senken oder Absenkungen im Pflaster oder Rasen
- vor dem Kauf einer Bestandsimmobilie
- vor Garten-, Hof- oder Umbauarbeiten über der Leitung
- nach Abschluss einer Sanierung als Kontrollbefahrung
Was die Kanalinspektion kostet
Richtwert: ca. 150–500 € je Einsatz. Ist die Leitung stark belegt, kommt eine Reinigung mit etwa ca. 10–30 € pro Meter dazu – ohne saubere Rohrwand ist keine Beurteilung möglich. Alle Positionen im Zusammenhang stehen in der Kostenübersicht zur Kanalsanierung.
Abgrenzung zur Dichtheitsprüfung
Die Kamera beurteilt den sichtbaren Zustand. Sie kann eine feine Undichtigkeit übersehen, die nur unter Druck auffällt. Wird ein Nachweis über die Dichtheit benötigt, ist eine Dichtheitsprüfung der Abwasserleitung das passende Verfahren. In der Praxis ergänzen sich beide: erst sehen, dann messen.
Gute Dokumentation enthält
- Videoaufnahme oder Bildmaterial
- Positionsangaben in Metern
- Bewertung jeder Schadstelle
- Angaben zu Material und Durchmesser
- Empfehlung zum weiteren Vorgehen
Fragen zur Kanalinspektion
Was kostet eine Kanalinspektion?
Richtwert sind etwa 150–500 € je Einsatz, abhängig von Leitungslänge, Zugänglichkeit und Umfang der Dokumentation. Reinigungsarbeiten, die zum Befahren nötig sind, werden separat berechnet.
Wie läuft eine Kamerabefahrung ab?
Eine Kamera wird über Schacht, Reinigungsöffnung oder Dachrinnenanschluss in die Leitung eingeführt und abschnittsweise vorgeschoben. Schadstellen werden mit Position in Metern, Bild und Kommentar dokumentiert.
Muss die Leitung vor der Inspektion gereinigt werden?
Häufig ja. Ablagerungen verdecken den Rohrzustand. Bei stark belegten Leitungen wird zuerst mit Hochdruck gereinigt und danach befahren.
Kann die Kamera auch den Verlauf der Leitung orten?
Ja. Über einen Sender in der Kameraeinheit lassen sich Lage und Tiefe von oben orten und dokumentieren – hilfreich vor Bauarbeiten im Garten.
Reicht die Kamerabefahrung als Nachweis der Dichtheit?
Nein. Die Kamera zeigt den optischen Zustand. Ob die Leitung dicht ist, prüft eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft.
Erst prüfen, dann entscheiden
Eine Kamerabefahrung kostet einen Bruchteil einer Sanierung – und verhindert, dass zu viel oder zu wenig gemacht wird.
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